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Die Ausbildung zum Assistenzhund

Ein Assistenzhund ist ein Hund, der aufgrund seiner Fähigkeiten und Ausbildung dazu in der Lage ist, einem Menschen mit Beeinträchtigung die selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, zu erleichtern oder behinderungsbedingte Nachteile auszugleichen.

Ein Assistenzhund ist demnach weit mehr als ein treuer Begleiter:

Er ist ein staatlich anerkanntes, medizinisches Hilfsmittel in Form eines Vierbeiners, der speziell dafür ausgebildet wird, Barrieren im Alltag abzubauen. 

Die Durchs Leben auf sechs Pfoten GmbH hat sich hierbei auf die begleitende Selbstausbildung von PSB-Assistenzhunden spezialisiert. Das bedeutet: Wir begleiten Sie professionell und auf Augenhöhe dabei, Ihren eigenen Hund zu einem verlässlichen Partner für den Alltag mit einer psychosozialen Beeinträchtigung (wie Autismus, Depressionen oder Angststörungen) auszubilden.   

Was ist ein Assistenzhund ?

Voraussetzungen für das Team 

Damit der Weg zum offiziell zertifizierten Assistenzhund-Team gelingt, geben das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), die Assistenzhundeverordnung (AHundV) und die Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchuHuV) die rechtlichen und gesundheitlichen Rahmenbedingungen vor. 

Während das Behindertengleichstellungsgesetz Ihnen das gesetzliche Zutrittsrecht im Alltag sichert, regeln die Assistenzhundeverordnung und die Tierschutz-Hundeverordnung die genauen Qualitätsstandards der Ausbildung. 

Sie definiert hierbei klare Voraussetzungen an Mensch und Hund, die zwingend zu erfüllen sind. Um Ihnen einen einfachen Überblick zu verschaffen, haben wir alle Voraussetzungen für Mensch und Hund aufgelistet. 

Scrollen Sie einfach weiter, um zu erfahren, ob eine generelle Eignung vorliegt. 

Voraussetzungen für den Menschen (§ 10 AHundV & §12e BGG)

Nachweis der Beeinträchtigung:

Es muss eine Einschränkung vorliegen, die die selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschwert.  

Belegbarkeit:

Der Nachweis wird offiziell durch die Vorlage eines Schwerbehindertenausweises, eines Bescheids über den Grad der Behinderung (GdB) oder einer fachärztlichen Bescheinigung erbracht.   

Der Nutzen:

Der Hund muss im Alltag konkrete Hilfeleistungen erbringen können, die Ihre Unabhängigkeit spürbar steigern.

Voraussetzungen für den Hund
(§ 5 & 9 AHundV)

Gesundheits-Check:

Die offizielle gesundheitliche Eignung muss durch ein tierärztliches Attest nachgewiesen werden, das bei Beginn der Ausbildung nicht älter als drei Monate sein darf. Bei der Anschaffung eines Welpen wird dringend empfohlen, auf bereits untersuchte und offiziell ausgewertete Elterntiere zu achten. 

Mindestalter: 

Bei Beginn der speziellen Ausbildung muss der Hund mindestens 15 Monate alt sein (Ausnahme: Warn- und Anzeige-Assistenzhunde). 

Keine Vorausbildung als Schutzhund: 

Der Hund darf kein Training zum Schutz-, Wach- oder Herdenschutzhund absolviert haben. 

Handelt es sich um eine Hündin, darf diese während ihrer Zeit als Assistenzhund nicht zur Zucht eingesetzt werden. 

Keine Zucht: 

Hunde von Rassen, bei denen eine gesteigerte Aggressivität angenommen wird, sind ebenso ausgeschlossen, wie Hunde mit einer unkontrollierbaren Jagdneigung.

Keine gesteigerte Aggressivität oder Jagdneigung: 

Tierschutz und Qualzuchtmerkmale (§ 10 TierSchuHuV):

Es ist gesetzlich verboten, Hunde auszubilden oder zu prüfen, die Merkmale einer Qualzucht aufweisen. Dazu gehören Tiere, deren Körperteile tierschutzwidrig vollständig oder teilweise amputiert wurden (z.B. kupierte Ohren und Ruten), Tiere mit chronischem Leiden, Atemnot, Schmerzen oder erblich bedingten Verhaltensstörungen. 

Der Eignungstest bei Durchs Leben auf sechs Pfoten 

Sicherheit und Klarheit für Ihren gemeinsamen Weg 

Der Start in die begleitende Selbstausbildung ist ein großer und emotionaler Schritt. Ob der Hund die dafür notwendigen Voraussetzungen mitbringt, müssen die Beteiligten nicht allein herausfinden. Eine fundierte, fachliche Beurteilung ist vor Beginn der gesetzlich geregelten Spezialausbildung erforderlich und gibt von der ersten Sekunde an die nötige Sicherheit. 

Bei dem hauseigenen Eignungstest schaut Durchs Leben auf sechs Pfoten ganz genau hin und prüft die verhaltensbiologischen sowie charakterlichen Grundlagen des Hundes. Dabei wird das Tier nicht als bloßes Funktionsobjekt betrachtet, sondern als zukünftiger Partner. 

Alternativ unterstützen und beraten wir Sie gerne umfassend beim Kauf eines Welpen oder dem Wählen eines geeigneten Vierbeiners. 

Unsere Philosophie:
Der Hund als Partner 

Im Vordergrund des Eignungstests stehen das seelische Wohlbefinden und die physische Stabilität des Hundes. Betrachtet werden vor allem die emotionale Balance und die feine Kommunikation zwischen Mensch und Hund im Alltag:

Regulationsfähigkeit:

Wie schnell findet der Hund nach einem Reiz(wie einem Geräusch oder einer Bewegung) von allein wieder in die Entspannung?

Soziale Offenheit:

Zeigt der Hund ein freundliches, neutrales Wesen gegenüber fremden Menschen und Artgenossen?

Arbeitsfreude: 

Besteht eine innere Motivation, mit dem Menschen zu kommunizieren und gemeinsam Aufgaben zu lösen?

Unser Tierschutz-Vorbehalt 

Die Durchs Leben auf sechs Pfoten GmbH handelt streng nach den Prinzipien des ethischen Tierschutzes. Sollte ein Hund im Verlauf des Tests massive Stresssymptome oder Angstblockaden zeigen, wird der Test im Sinne des Tierwohls abgebrochen oder flexibel angepasst. Ein negatives Ergebnis ist niemals ein Fehler des Hundes, sondern lediglich der Indikator dafür, dass die speziellen Anforderungen im späteren Arbeitsalltag eine Überforderung für das Tier darstellen würden.  

Was wir gemeinsam testen:
Die Schwerpunkte

Kooperation & Orientierung:  

Wie aufmerksam und freiwillig arbeitet der Hund mit der bezugshaltendenden Person zusammen- auch unter Ablenkung?

Umweltverhalte und Reize: 

Wie unbefangen reagiert der Hund auf optische oder akustische Reize, verschiedene Untergründe (z.B. Gitterroste, glatte oder rutschige Böden) oder alltägliche Begegnungen mit Joggern und Passanten?

Handling & Belastbarkeit: 

Kann der Hund Berührungen, wie das Kontrollieren von Ohren oder Pfoten geduldig akzeptieren? Wie steht es um seine Frustrationstoleranz in Erwartungssituationen? 

Konfliktverhalten: 

Wie reagiert der Hund in Momenten von Bedrängung oder Einschränkung? Zeigt er ein stabiles Deeskalationsverhalten?  

Das Ergebnis: Der Fahrplan für das Training 

Nach dem Test erfolgt eine fundierte und ehrliche Auswertung. Das detaillierte Ampelsystem das hierbei zur Verwendung kommt, zeigt ganz genau, in welchen Bereichen der Hund bereits absolut souverän agiert und an welchen Stellen eventuell noch Unterstützung benötigt wird .

Auf dem Weg zum zertifizierten Team 

 

Die Ausbildung eines Assistenzhundes ist ein intensiver, aber gleichermaßen lohnender Weg. Wir legen größten Wert auf Struktur, Qualität und Nachhaltigkeit, damit Sie und Ihr Hund im Alltag perfekt harmonieren. 

Die begleitende Selbstausbildung

 

Alle Teams durchlaufen bei uns die sogenannte begleitende Selbstausbildung. Das bedeutet:

Sie selbst sind die Hauptbezugsperson Ihres Hundes.

Der Hund lebt von Anfang an in Ihrem Haushalt und wächst in Ihrem spezifischen Alltag auf. 

Sie bauen die Bindung direkt selbst auf und trainieren die Aufgaben (Tasks), die Sie im Leben entlasten sollen. 

Das begleitende Element:

Sie sind dabei niemals auf sich allein gestellt. Unser professioneller Trainer Axel Jahn steht Ihnen von Beginn an fest zur Seite. Wir leiten Sie fachmännisch an, korrigieren und reflektieren, erstellen individuelle Trainingspläne und begleiten Sie Schritt für Schritt bis zur erfolgreichen Prüfung 

Der zeitliche Umfang

 

Mindestens 60 Pflicht-Zeitstunden (ab bestandenem Eignungstest) fließen in das direkte Training mit unserem Fachexperten Axel Jahn.

Diese Stunden teilen sich auf in: Einzelunterricht, Theorie-Einheiten, Alltagstraining im öffentlichen Raum(z.B. in Geschäften oder öffentlichen Verkehrsmitteln), sowie die gezielte Erarbeitung der spezifischen Hilfeleistungen. 

Das Team erlernt in dieser Zeit alle umfassenden Kenntnisse und Fähigkeiten der Grundausbildung und der erweiterten Grundausbildung, als auch die spezifischen Hilfeleistungen für den individuellen Alltag.

Die Pflichtstunden sind als gesetzlich vorgeschriebenes Mindestmaß zu verstehen und beziehen sich lediglich auf angeleitete Trainingseinheiten.

Neben diesen 60 betreuten Stunden investieren Sie selbstverständlich täglich Zeit im Alltag, um das Gelernte nachhaltig zu festigen und die Kommunikation mit Ihrem Hund weiter zu verfeinern.

Bitte beachten Sie:

Qualität und Tierschutz erfordern eine fundierte Struktur. Um eine fachgerechte Ausbildung zu garantieren, umfasst die aktive, betreute Ausbildung ein festes Kontingent:

Qualität und Tierschutz erfordern eine fundierte Struktur. Um eine fachgerechte Ausbildung zu garantieren, umfasst die aktive, betreute Ausbildung ein festes Kontingent:

Nachhaltige Nachbetreuung (§ 12f Satz 3 BGG)

Ein Assistenzhundeteam bleibt man ein Leben lang. Deshalb endet unsere Zusammenarbeit nicht mit der bestandenen Prüfung. Nach der erfolgreich bestandenen Teamprüfung begleiten wir unsere Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaften kontinuierlich auf ihrem weiteren Weg . So stellen wir sicher, dass das hohe Niveau der Ausbildung auch im voranschreitenden Alter des Hundes oder bei veränderten Lebensumständen erhalten bleibt. Unsere Unterstützung ist ein fester Bestandteil der Sicherung der Ausbildungsqualität und des Tierwohls über die gesamte Einsatzdauer des Hundes.

Strukturierte Trainingseinheiten zur Qualitätssicherung 

Um den hohen Ausbildungsstand dauerhaft zu festigen und die Einhaltung der Standards gemäß AHundV zu überprüfen, bieten wir dabei folgende verbindliche Intervalle an:

Erstes Halbjahr nach der Prüfung:

Monatliche Trainingseinheiten zur Festigung der Mensch-Hund-Bindung und zur Feinabstimmung der Hilfeleistungen im Alltag.

Zweites Halbjahr nach der Prüfung: 

Zweimonatliche Intervalle, um die Teams in ihrer Eigenständigkeit zu stärken und gleichzeitig fachlich zu begleiten.

Ab dem zweiten Jahr nach der Prüfung:

Anpassung der Intervalle auf 3 bis 4 Monate, je nach individuellem Bedarf und Stabilität des Teams.

Wir verstehen, dass das Leben voller Veränderungen steckt - sei es durch neue Lebensumstände oder gesundheitliche Herausforderungen. Daher gestalten wir unsere Nachbetreuung flexibel und individuell, um gezielt auf die einzigartigen Bedürfnisse jedes Teams einzugehen. So bieten wir eine optimale Unterstützung, die sich an Ihrem Lebensweg orientiert.

Diese Flexibilität setzen wir durch folgende Maßnahmen um: 

Anpassung an Lebensphasen

Individuelle Beratung:

Krisenmanagement:

Proaktive Problemanalyse:

Unterstützung bei Umzügen, Wechsel des Arbeitsplatzes oder Änderungen im familiären Umfeld.

Kurzfristige Begleitung und Anpassung des Trainings bei gesundheitlichen Rückschlägen. 

Frühzeitiges Erkennen von Fehlentwicklung durch regelmäßige Reflexionsgespräche. 

Monitoring von Tierwohl und Gesundheit

Der Erhalt der körperlichen und mentalen Fitness des Assistenzhundes stellt stets den Kern unserer Philosophie und unserer Arbeit dar.

Wir überwachen die Durchführung des jährlichen tierärztlichen Gesundheitschecks gemäß den gesetzlichen Anforderungen.

Um den Teams die Nachweisführung  zu erleichtern, stellt die GmbH einen standardisierten Vordruck zur Verfügung.

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